HousingAnywhere International Rent Index pro Stadt

Knappheit auf den europäischen Mietmärkten Rückkehr zu Vor-Pandemie-Niveau

International Rent Index Q3 2021

  • Trend zu steigenden Mietpreisen in europäischen Städten, insbesondere für Wohnungen.

  • Verschärfung des Mietwohnungsmangels: mit der wieder zunehmenden Mobilität steigt auch die Nachfrage stark an.

  • Studierende sind mitunter gezwungen ihr Studium zu unterbrechen oder zu beenden, weil sie keine Bleibe finden.

Rotterdam, Oktober 2021 – Der HousingAnywhere International Rent Index Report für das 3. Quartal 2021 zeigt einen allgemeinen Trend zu steigenden Mietpreisen für alle Unterkunftsarten (Wohnungen, Einzelzimmer und Studio-Apartments), wobei Wohnungen den stärksten Anstieg aufweisen. Nach der Aufhebung der Mietpreisbremse (Mietendeckel) verzeichnet Berlin mit 22,36 Prozent den stärksten Anstieg der Wohnungsmieten im Vergleich zum Vorjahr, gefolgt von Hamburg (19,94 Prozent), Reykjavík (14,70 Prozent) und Mailand (14,36 Prozent).

Das dritte Quartal ist in der Regel die Hauptsaison für die Vermietung an Studierende, weshalb sich ein leichter Anstieg der Mietpreise erwarten ließ. Da sich die Mobilität jedoch sowohl für Studierende als auch für junge Berufstätige sowie Touristen normalisiert, wird die Knappheit an Mietwohnungen erneut deutlich erkennbar und treibt die Preise weiter in die Höhe. Auch in den spanischen und italienischen Städten nimmt der Mietpreisanstieg erneut Fahrt auf, nachdem er in den vorangegangenen Quartalen teilweise deutlich zurückgegangen war. Dies zeigt, dass die beiden europäischen Länder, die als besonders stark von der COVID-Pandemie betroffen galten, ebenfalls auf dem Weg der Erholung sind.

Eine Trendwende

„Das Unterangebot an bezahlbaren Mietwohnungen fiel 2020 weniger schwer ins Gewicht, da zusätzlich zu den globalen Einschränkungen der Mobilität Kurzzeitmietobjekte für eine längerfristige Vermietung zur Verfügung standen. Doch wie prognostiziert, sehen wir jetzt eine Umkehrung dieses Trends, da sowohl die Vermietung von Ferienunterkünften als auch die Mobilität wieder zunehmen“, sagt Djordy Seelmann, CEO von HousingAnywhere.

„Die Wohnungsknappheit wird noch drängender werden, sobald alle Reisebeschränkungen aufgehoben sind, weshalb Städte und Gemeinden so schnell wie möglich nach Gegenmaßnahmen Ausschau halten sollten.“

Besonders gravierend ist die Situation in den großen europäischen Universitätsstädten. So verzeichnen einige Universitäten Studierende, die ihr Studium abbrechen oder unterbrechen, weil sie keine bezahlbare Unterkunft finden. Seelmann: „Es besteht ein akuter Bedarf an mehr bezahlbarem Wohnraum für Studierende und junge Berufstätige. Dies gilt insbesondere für die Städte, die internationale Studierende anziehen. Die Bereitstellung neuer Wohnimmobilien ist bedauerlicherweise keine einfache Angelegenheit und selbst mit der richtigen Genehmigung dauert es meist Jahre, bis sie fertiggestellt und verfügbar sind. Daher fordern wir die politischen Entscheidungsträger auf, die derzeitige Wohnungs- und Mietpolitik kritisch zu prüfen, um Lösungen zu finden, mit denen dieses Problem sofort angegangen werden kann. So sollten Regierungen beispielsweise umgehend Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass der Wohnungsbestand in die kurzfristige Ferienvermietungsbranche zurückkehrt. Darüber hinaus sollte die Umfunktionierung leerstehender Gewerbegebäude zu Wohnzwecken mit einer entsprechenden Genehmigung beschleunigt werden.“

Mietpreise für Wohnungen steigen weiterhin stark an

Im dritten Quartal 2021 verzeichnen Wohnungen den stärksten Preisanstieg, gefolgt von Studio-Apartments und Einzelzimmern. Dies kann auf eine Präferenz der Mieter hinweisen, über mehr unabhängigen Raum zu verfügen, was eine Folge der veränderten Raumnutzung aufgrund der Pandemie sein könnte. Da Studier- und Arbeitsräume immer mehr mit Wohnräumen verschmelzen und Social Distancing zum Alltag gehört, erfährt der private Raum tendenziell höhere Wertschätzung – auch wenn die Mieten nicht besonders günstig sind.

Die fünf Städte mit den größten Mietpreissteigerungen

  1. Paris verzeichnet für alle Unterkunftsarten steigende Mietpreise, sowohl im Jahresvergleich als auch im Vergleich zum vorherigen Quartal. Die Mietpreise für Wohnungen steigen im Jahresvergleich um 11,49 Prozent auf einen Durchschnittswert von 1.956,79 Euro. Für Einzelzimmer beträgt der Anstieg 12,84 Prozent (auf 746,74 Euro) und für Studio-Apartments 3,21 Prozent (auf 1.034,78 Euro). Im Vergleich zum vorherigen Quartal (Q2 2021) steigen die Mietpreise für Apartments um 3,53 Prozent, während der Durchschnittspreis für Einzelzimmer um 7,65 Prozent und für Studio-Apartments um 5,09 Prozent zunimmt.

  2. Nach der Aufhebung der Mietpreisbremse (Mietendeckel) verzeichnet Berlin mit 22,36 Prozent auf 1.337,75 Euro (7,85 Prozent seit dem letzten Quartal) erwartungsgemäß den stärksten Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Während die durchschnittlichen Mietpreise für Einzelzimmer immer noch niedriger sind als vor einem Jahr (-6,06 Prozent), nehmen die Preise im Vergleich zum zweiten Quartal zu (Anstieg um 3,45 Prozent auf 522,93 Euro). Die Mieten für Studio-Apartments erhöhen sich um 8,41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 5,18 Prozent im Vergleich zum letzten Quartal auf durchschnittlich 930,62 Euro. Der Trend hin zu steigenden Mietpreisen verdeutlicht die Notwendigkeit einer langfristigen Lösung für die Wohnungskrise. Vor allem, wenn das derzeitige Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage bestehen bleibt, während Investoren und Entwickler zugleich davon abgehalten werden, auf dem Markt aktiv zu werden. Da die Wohnungs- und Mietpolitik eines der zentralen Themen der jüngsten Bundestagswahl in Deutschland war, wird die deutsche Mietenpolitik in den kommenden Jahren voraussichtlich erneut Veränderungen erfahren.

  3. In Amsterdam verzeichnen Studio-Apartments den höchsten Preisanstieg, sowohl im Jahresvergleich als auch seit dem letzten Quartal: ein Anstieg um 19,23 Prozent (Jahresvergleich) und 11,36 Prozent (seit dem zweiten Quartal) auf durchschnittlich 1.176,95 Euro. Während die Stadt für Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr weiterhin sinkende Mietpreise verzeichnet (-2,15 Prozent), kehrt sich dieser Trend im Vergleich zum vorherigen Quartal um, da die Preise um 1,93 Prozent auf durchschnittlich 1.636,47 Euro zunehmen. Einzelzimmer in Amsterdam weisen im Jahresvergleich einen Anstieg von 5,67 Prozent und im Quartalsvergleich einen Anstieg von 5,14 Prozent auf durchschnittlich 649,38 Euro auf. Nach Protesten und den jüngsten Plänen der Regierung zur Bekämpfung des Wohnungsmangels in den Niederlanden wird für die kommenden Jahre eine Änderung in der Politik erwartet.

  4. Auch in Valencia kehrt sich der Trend zu sinkenden Wohnungspreisen um. Obgleich die Mietpreise im Vergleich zum Vorjahr weiterhin um -7,42 Prozent gesunken sind, steigen sie im Vergleich zum vorherigen Quartal um 2,43 Prozent auf einen Durchschnittspreis von 814,49 Euro. Dies betrifft ebenso die Mietpreise für Einzelzimmer, welche im Jahresvergleich immer noch um -1,11 Prozent sanken, aber im Vergleich zum letzten Quartal um 3,82 Prozent auf 319,15 Euro stiegen. Dabei weisen die Mietpreise für Studio-Apartments in Valencia den stärksten Anstieg auf, sowohl im Jahresvergleich (11,40 Prozent) als auch im Vergleich zum vorherigen Quartal (9,90 Prozent) auf durchschnittlich 659,84 Euro.

  5. Die Mietpreise für Wohnungen in Mailand sind im Jahresvergleich um 14,36 Prozent und im Vergleich zum Vorquartal um 5,89 Prozent auf durchschnittlich 1.266,28 Euro angestiegen. Während die Mietpreise für Einzelzimmer im Vergleich zum Vorjahr weiterhin um -2,08 Prozent zurückgehen, erhöhten sie sich seit dem zweiten Quartal um 4,51 Prozent auf 575,48 Euro. Die Mietpreise für Studio-Apartments steigen im Jahresvergleich um 9,28 Prozent und seit dem vorherigen Quartal um 5,93 Prozent auf durchschnittlich 943,77 Euro und weisen so denselben starken Anstieg auf wie die Mietpreise für Wohnungen.

Über den HousingAnywhere International Rent Index

Für die 13. Ausgabe des Mietpreisindex analysierte HousingAnywhere 102.303 Objekte, die zwischen Juli 2020 und September 2021 auf der Plattform gelistet waren. Um die Repräsentativität der Daten zu gewährleisten, wurden Immobilien, die bei potenziellen Mietern auf kein Interesse stießen, sowie Angebote, die als Ausreißer gelten, ausgeschlossen. Als zu teuer oder zu billig eingestufte Immobilien wurden für diesen Bericht ebenfalls nicht berücksichtigt, um die Daten nicht zu verzerren. Lediglich Städte, in denen eine ausreichende Stichprobe für eine zuverlässige Datenlage vorhanden war, wurden in den Bericht einbezogen. Bei den Angeboten handelt es sich um WG-Zimmer, Studio-Apartments und Zweizimmerwohnungen. Der Bericht ist auch in Englisch, Spanisch, Italienisch und Niederländisch verfügbar.

Über HousingAnywhere

HousingAnywhere ist Europas größter Marktplatz für Mietwohnungen mit 10 Millionen Besuchern pro Jahr und mehr als 60.000 verfügbaren Objekten zur Miete. Berufseinsteiger und Studenten, die eine Wohnung mieten möchten, werden mit Vermietern zusammengebracht, die von privaten Immobilienbesitzern bis hin zu großen Hausverwaltungen reichen. Über die fortschrittliche Plattform können Mieter für längere Aufenthalte eine Unterkunft in der Regel für 3 bis 12 Monate mieten. Das in Rotterdam ansässige Technologie-Startup beschäftigt 140 Mitarbeiter. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen auf 32 wichtige Städte in ganz Europa und plant, seine Präsenz weiter zu steigern.

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Yoony Kim, Head of Public Policy and Communications press@housinganywhere.com https://housinganywhere.com/press-releases