Versicherungen für Vermieter: welche benötigt man?

Von der Hausratversicherung bis zur Gebäudeversicherung: Diese Versicherungen schützen Vermieter vor finanziellem Risiko.

Marle Schwien

4 Minuten Lesezeit
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Aktualisiert am 19 Juni 2024
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Ob ein Wasserschaden im Badezimmer oder ein Brandloch im Sofa: Unerwartete Fauxpas können gerade Vermietern das finanzielle Gleichgewicht nehmen. Damit diese für Schäden in den vermieteten Objekten nicht mit ihrem Privatvermögen aufkommen müssen, gibt es einige Versicherungen, die sich für Immobilienverwalter und Vermieter lohnen. Wir erklären die fünf wichtigsten Versicherungen für Vermieter und verraten dir, welche Kosten auf dich zukommen.

Welche Versicherung muss ich als Vermieter abschließen?

Eine Versicherung für ein Mietobjekt abzuschließen ist zwar nicht verpflichtend, kann das finanzielle Risiko eines jeden Vermieters und Eigentümers aber auf einem Minimum halten – und viel Ärger ersparen.

Gut zu wissen: Die meisten Versicherungen können sogar von der Steuer abgesetzt werden.

Diese fünf Versicherungen solltest du im Blick haben:

  • Wohngebäudeversicherung
  • Hausratversicherung
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
  • Mietausfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

1. Wohngebäudeversicherung

Vermieter sind immer wieder unvorhersehbaren und dennoch realistischen Risiken ausgesetzt. Letzten Endes kann der Vermieter weder die Verantwortung für die Taten seiner Mieter übernehmen noch Naturkatastrophen vermeiden. Mit einer Wohngebäudeversicherung kann sich ein Vermieter beispielsweise vor Naturkatastrophen wie Sturm, Blitz, Hagel und Feuer, aber auch vor Elementarschäden schützen und damit kostspielige Schäden abdecken. Die Wohngebäudeversicherung gilt als elementarer Schutz vor Schäden an der Immobilie.

Was ist alles in der Wohngebäudeversicherung versichert?

Eine Wohngebäudeversicherung schützt den Eigentümer vor finanziellen Verlusten durch Feuer, Sturm, Wasser, Vandalismus und anderen Risiken. Eine Wohngebäudeversicherung ist vor allem ratsam, wenn man eine Hypothek für das Haus hat. Wenn das Mietobjekt aus genannten Gründen Schaden nimmt, trägt die Wohngebäudeversicherung bis zur festgelegten Versicherungssumme alle Kosten, die Vermieter für den Aufbau der Immobilie zahlen müssten.

Gut zu wissen: Die Versicherung umfasst nicht nur die Immobilie an sich, sondern auch An- und Einbauten, Klingel, Briefkasten und weiteres Zubehör, das im Vertrag aufgeführt wird.

2. Hausratversicherung für möblierte Wohnungen

Der Name verrät es bereits: Die Versicherung deckt den Hausrat des Mietobjekts ab. Dazu zählen alle Möbel und Gebrauchsgegenstände. Insbesondere für Vermieter, die möblierte Wohnungen anbieten, ist eine Hausratversicherung A und O.

Eigentümer sichern sich damit gegen Schäden, Feuer oder Diebstahl der Gegenstände ab, die sie dem Mieter zur privaten Nutzung überlassen haben. Die Kosten für die Hausratversicherung für ein Mietobjekt können auf den Mieter umgelegt werden.

Vorsicht: Das gilt nur für möblierte Wohnungen – unmöblierte Objekte sind ausgeschlossen.

Wie hoch sollte man den Hausrat versichern?

Die Höhe der Hausratversicherung sollte den Wert des persönlichen Besitzes angemessen abdecken. Eine Bestandsaufnahme aller Besitztümer hilft dabei, den Wert realistisch einzuschätzen. Bei größeren Neuanschaffungen sollte der Versicherungsschutz angepasst werden.

Wenn eine detaillierte Inventarisierung des Hausrats zu umständlich ist, besteht die Möglichkeit, die Versicherungssumme pauschal pro Quadratmeter zu berechnen. 500 bis 750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sind angemessen.

Kann der Vermieter die Hausratversicherung für Mieter abschließen?

Jeder Mieter ist selbst zuständig für das Abschließen einer Hausratversicherung. Somit kann der Vermieter diese Versicherung nicht für den Mieter abschließen. Jedoch ist es möglich, dass Vermieter im Mietvertrag verlangen, dass der Mieter eine Hausratversicherung abschließt.

3. Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Kein Vermieter kann und sollte seinen Mieter auf Schritt und Tritt im Auge behalten. Und dennoch müssen Vermieter und Eigentümer einen Schadenersatz gegenüber Dritten für den Mieter übernehmen. “In Deutschland muss jeder Bürger in unbegrenzter Höhe für jene Schäden aufkommen, die dieser fahrlässig verursacht hat (§ 823 BGB).”

Für Vermieter bedeutet das: Er muss sich darauf verlassen, dass der Mieter beispielsweise seine Streupflicht wahrnimmt. Eine Haftpflichtversicherung übernimmt die hohen Kosten zur Schadensregulierung gegenüber Dritten. Dazu zählen Schäden, die durch bauliche Mängel, Verletzung der Räum- und Streupflicht im Winterdienst, Reinigung, Beleuchtung oder bauliche Instandhaltungen entstehen. Ein mögliches Schadensszenario könnte sein, dass sich eine Person innerhalb des Hauses aufgrund einer defekten Treppe verletzt.

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung deckt Personen- und Sachschäden ab, die auf dem versicherten Grundstück auftreten. Die genauen Leistungen variieren je nach Versicherungsunternehmen und Vertragsbedingungen.

Kann man die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung auf Mieter umlegen?

In einem vermieteten Objekt können die Kosten für die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung gemäß der Betriebskostenverordnung (BetrKV) auf die Mieter umgelegt werden. Diese Verordnung ermöglicht es dir, die Versicherungsbeiträge im Rahmen der Nebenkostenabrechnung an deine Mieter weiterzugeben.

4. Mietausfallversicherung

Selbstauskunft, Vermieterbescheinigung und Bonitätsprüfung: Um sich gegen Mietnomaden oder Mietrückständen zu schützen, kann ein Vermieter eine Reihe von Vorsorgemaßnahmen treffen.

Damit Privatvermieter durch Mietausfälle oder Mietnomaden nicht in ein finanzielles Loch fallen, kann die Mietausfallversicherung in diesen Fällen für einen finanziellen Ausgleich sorgen. Die Mietausfallversicherung ist besonders für Vermieter, die auf Mieteinnahmen angewiesen sind, eine sinnvolle Absicherung, um finanzielle Verluste bei Nichtzahlung der Miete zu minimieren.

Was deckt eine Mietausfallversicherung ab?

Diese Versicherung deckt sowohl die entgangenen Mieteinnahmen als auch die Kosten für die Wiederherstellung oder Renovierung ab. Oft wird sie daher auch Mietnomadenversicherung bezeichnet. In manchen Fällen werden neben der Miete auch die Nebenkosten von der Versicherung übernommen.

5. Rechtsschutzversicherung

Wenn es zum Eklat kommt, wird es meistens teuer: Anwaltskosten oder Zwangsvollstreckungen ziehen hohe Summen mit sich. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt für Vermieter und Eigentümer die Folgekosten aus Streitigkeiten mit einem Mieter. Dazu zählen Kosten für gesetzliche Anwaltsgebühren, Sachverständigenhonorare für Gutachten, Gerichtskosten oder Kosten für die Zwangsvollstreckung. Die Rechtsschutzversicherung ermöglicht Vermietern den Zugang zu professioneller rechtlicher Beratung und Vertretung, ohne sich um hohe Kosten sorgen zu müssen.

Ist eine Vermieter Rechtsschutzversicherung umlagefähig?

Die Versicherungsbeitrag für die Rechtsschutzversicherung des Vermieters kann nicht auf den Mieter umgelegt werden. Als Vermieter musst du die Prämie für deine Rechtsschutzversicherung also selbst tragen.

Was kosten Versicherungen für Vermieter?

Welche Versicherungen kann man als Vermieter steuerlich absetzen?

Bei der Vermietung von Immobilien können bestimmte Versicherungskosten steuerlich absetzbar sein. Die Wohngebäudeversicherung und die Rechtsschutzversicherung können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung kann als Betriebskosten abgesetzt werden. Die Hausratversicherung dagegen ist für den Vermieter nicht steuerlich absetzbar, aber die Kosten können auf den Mieter umgelegt werden.

Fazit zu Versicherungen für Vermieter

Versicherungen sparen Vermietern und Eigentümern viele Risiken und Kummer. Die fünf Versicherungen schützen gerade Privatvermieter davor, die hohen Summen für entstandene Schäden aus ihrem Privatvermögen begleichen zu müssen. Stattdessen decken Versicherer dieses finanzielle Risiko ab.

Und noch besser: Die meisten Versicherungen können von der Steuer abgesetzt werden. Die Gesetzgebung folgt einem simplen Prinzip: Wer für sich selbst vorsorgt und dem eigenen Risiko, irgendwann von staatlichen Leistungen abhängig zu sein, vorbeugt, der wird vom Fiskus belohnt.

Man sollte beachten, dass die genauen Leistungen und Bedingungen der Versicherungen je nach Anbieter variieren. Daher ist es wichtig, diese sorgfältig zu prüfen und den Versicherungsschutz an die individuellen Bedürfnisse anzupassen. Eine umfassende Absicherung durch geeignete Versicherungen ermöglicht es dir, dich auf die Vermietungsstätigkeit zu konzentrieren und gleichzeitig finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Bitte wende Dich für eine Rechtsberatung an die zuständigen Behörden oder einen Anwalt.

Für Feedback zu diesem Artikel oder andere Vorschläge schicke bitte eine E-Mail an content@housinganywhere.com

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