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HousingAnywhere Europäischer Mietspiegelindex pro Stadt

Barcelona, Berlin, Brüssel, Madrid, Mailand, Rotterdam, und Wien - Mietpreise, April 2019

Der HousingAnywhere Europäischer Mietspiegelindex analysiert die Mietpreisentwicklung von möblierten Privatzimmern, Studios und Einzimmerwohnungen. Dieser Report konzentriert sich auf die folgenden europäischen Städte, die bei internationalen Studenten und Young Professionals besonders beliebt sind: Barcelona, Berlin, Brüssel, Madrid, Mailand, Rotterdam und Wien.

Dabei verzeichnen alle Märkte im ersten Quartal 2019 einen Aufwärtstrend bei den Mietpreisen für Einzelzimmer, Studio-Apartments und Einzimmerwohnungen. Am deutlichsten zu erkennen ist dabei die Entwicklung bei den Preisen für Einzimmerwohnungen in Barcelona (plus 7,80 Prozent) und für Studio-Apartments in Madrid (plus 7,79 Prozent). Zwar zählen Madrid und Barcelona derzeit noch zu den europäischen Großstädten mit den insgesamt niedrigsten Mietpreisen, sie holen aber im Vergleich zu anderen untersuchten Metropolen im vergangenen Quartal deutlich auf.

Mietpreisindex für private Zimmer

Durchschnittlicher monatlicher Mietpreis für möblierte Privatzimmer.

DE Rental price index barchart - Private rooms

DE Rental price index table - Private rooms

Mietpreisindex für Studios

Durchschnittlicher monatlicher Mietpreis für möblierte Studios.

DE Rental price index barchart - Studio

DE Rental price index table - Studio

Mietpreisindex für Wohnungen

Durchschnittlicher monatlicher Mietpreis für möblierte Wohnungen.

DE Rental price index barchart - Apartments

DE Rental price index table - Apartments

Zusammenfassung: Hier steigen die Preise am stärksten

  1. Barcelona: Der Spitzenreiter verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg der Mietpreise für Einzimmerwohnungen. Der Durchschnittspreis pro Monat stieg von 1.111,61 Euro im ersten Quartal 2018 auf 1.228,58 Euro im ersten Quartal 2019. Am auffälligsten ist der starke Anstieg im vergangenen Quartal; im Vergleich zu Q4 2018 sind die Preise um 7,80 Prozent gestiegen.
  2. Madrid: Dort, wo die Preise vergangenes Jahr am stärksten stiegen, scheinen sie sich insgesamt zu stabilisieren. Dieses Quartal weist jedoch immer noch einen deutlichen Anstieg der Mieten für Studio-Apartments um 7,79 Prozent auf. Hier ist die durchschnittliche Monatsmiete von 750,34 Euro auf 818,23 Euro gestiegen – und bei Einzimmerwohnungen um 2,31 Prozent auf 1.097,52 Euro.
  3. Berlin: Die deutsche Hauptstadt gehört zu den drei Städten, in denen die Mieten am stärksten steigen, und ersetzt damit Rotterdam, das den dritten Platz im vergangenen Quartal belegte. Dies ist vor allem auf einen Anstieg der Mietpreise für Einzimmerwohnungen zurückführen, die derzeit bei einem Durchschnitt von 1.096,38 Euro liegt. Innerhalb eines Jahres stiegen diese um 7,02 Prozent und allein von Q4 2018 bis Q1 2019 um 3,80 Prozent.

Ist eine Obergrenze erreicht?

Die durchschnittlichen Mietpreise sind im vergangenen Jahr in allen sieben untersuchten Städten gestiegen. Langsam zeichnet sich allerdings ein Trend ab: Wir scheinen uns einem gewissen Maximum anzunähern. Zwar ist dieses noch nicht erreicht, doch der Preisanstieg verlangsamt sich", sagt Djordy Seelmann, CEO von HousingAnywhere. „Diese Entwicklung lässt sich allerdings nicht darauf zurückführen, dass beispielsweise mehr Wohnraum zur Verfügung steht. Vielmehr zeigt sie, dass Mieter schlichtweg nicht in der Lage sind, mehr für eine Wohnung zu bezahlen. Es ist dringend notwendig, das Angebot an Zimmern und Wohnungen zu erhöhen. Nur so ist eine Lösung für die Probleme auf dem Wohnungsmarkt für Studierende und Berufseinsteiger in ganz Europa möglich.

DE Rental price index graph - Berlin

DE Rental price index table - Berlin

Der Berliner Mietmarkt

Der Berliner Mietmarkt bleibt einer der schwierigsten in Europa: stark steigende Mieten, zunehmende Wohnraumknappheit und Mieter, die sich einen Umzug nicht leisten können. Da die aktuelle Gesetzgebung – Stichwort: Mietpreisbremse - nicht die notwendigen Entlastungen bietet, gibt es Initiativen, die darauf abzielen, gewinnorientierte Immobilienunternehmen, die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen, zu enteignen. Dafür will die Initiative insgesamt drei Hürden überwinden: Zuerst müssen innerhalb von 6 Monaten 20.000 gültige Stimmen gesammelt werden, danach folgen Volksbegehren und Volksentscheid.

Der Frust der Berliner Bürger und Bürgerinnen ist groß, das zeigt die Forderung nach dem radikalen Schritt“, sagt Seelmann. „Es ist gut, wenn die Bürger Berlins die Politik herausfordern, denn die Stadt Berlin muss neue Ideen ausprobieren, um den zwingend notwendigen Wohnraum zu schaffen – dabei spielt auch die kurzfristige Umsetzung dieser Ideen eine Rolle. Das bedeutet beispielsweise eine flexible Einstellung gegenüber Neubauprojektentwicklung und Umnutzung bestehender Objekte, um so die mehr als 100.000 benötigten Wohnungen bereitzustellen. Die Stadt ist sich jedoch unklar darüber, welche Maßnahmen die richtigen sind. Über Jahrzehnte war Berlin in Bezug auf die Lebenshaltungskosten erschwinglich. Doch das Bestreben der Stadt zu einem der wichtigsten Zentren für Fachkräfte aus Europa zu werden, hat soziale Folgen, die ein großer Teil der Berliner Bürger äußerst kritisch sieht. Sie fordern von der Politik eine Lösung für dieses wachsende Problem zu finden.

So sieht es in den weiteren Städten aus

  1. Unter allen untersuchten Städten steigen in Brüssel die Mieten zwar insgesamt am schwächsten, doch Privatzimmer sind im vergangenen Quartal mit einem Anstieg von 8,96% deutlich teurer geworden. Die Miete für Einzimmerwohnungen beträgt im ersten Quartal 2019 durchschnittlich 920,17€, das entspricht einem Plus von 2,03% gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sorgen die hohe Verfügbarkeit von Wohnraum und die flexible Einstellung der Stadtverwaltung zur Projektentwicklung und Gebäudeumwandlung für einen ausgewogenen Immobilienmarkt, sowohl für Mieter als auch für Vermieter.
  2. Mailand bleibt einer der teuersten Immobilienmärkte Europas. Die Mieten für Privatzimmer zeigten den stärksten Anstieg (plus 4,63% gegenüber Q4 2018). Allerdings scheinen die generellen Mietpreise sich einem Maximum zu nähern, denn der Anstieg flacht ab. Einzimmerwohnungen kosten im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 1.137,05€, das sind 0,24% mehr als im Vorjahr. Nicht nur internationale Studierende, sondern auch junge Berufstätige und Expats sind zunehmend mobil und entscheiden sich für Miete statt Kauf. Damit steigt die Nachfrage nach modernen, hochwertigen Unterkünften, aber auch nach Wohngemeinschaften.
  3. Unter allen untersuchten Städten ist das Wohnen in Rotterdam am teuersten. Obwohl sich die Preise leicht anzugleichen scheinen, verzeichnete das vergangene Quartal einen Anstieg der Mieten von Einzimmerwohnungen. Diese sind um 2,87% auf durchschnittliche 1.262,27€ pro Monat gewachsen. Die Mieten für Privatzimmer stiegen im vergangenen Quartal nur um 0,25% auf 530,53€, und sind somit vergleichsweise günstig. Der niederländische Mietmarkt, und Rotterdam insbesondere, haben in den vergangenen Jahren hohe Renditen erzielt und es ist damit zu rechnen, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Kommunen müssen die Möglichkeiten der Umwidmung und Zweckänderung sowie des Neubaus einsetzen, um den aktuellen Wohnungsmangel zu beheben.
  4. Ein Zustrom von Käufern hat zu einem stetigen Anstieg der Immobilienpreise in Wien geführt. Die Mieten für Studio-Apartments stiegen deutlich, um 8,66% auf 761,93€ gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Für eine Einzimmerwohnung in Wien beträgt die derzeitige durchschnittliche Monatsmiete 911,35€. Der Wiener Immobilienmarkt verzeichnet seit einigen Jahren eine hohe Nachfrage von internationalen Studierenden und Expats, die zum Studieren und Arbeiten in die österreichische Hauptstadt kommen. Außerdem nimmt der Tourismus in der Stadt zu. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, warum die Stadt derzeit neue Gesetze zur Regelung der privaten kurzfristigen Vermietung von Unterkünften durch Airbnb entwickelt.

Treiber für die steigende Nachfrage

Auf dem ohnehin schwierigen Immobilienmarkt für Studierende sowie Berufseinsteiger prallen eingeschränktes Angebot und steigende Nachfrage aufeinander. Einerseits werden Auslandssemester unter Studierenden immer beliebter. Andererseits treiben politische Ereignisse wie etwa der Brexit mehr junge Leute in die Ballungszentren, wie eine weitere aktuelle Analyse von HousingAnywhere zeigt: Im Zeitraum von Dezember bis Februar stellten britische Berufseinsteiger deutlich mehr Suchanfragen für Wohnungen auf dem europäischen Festland über die HousingAnywhere-Plattform (Anstieg von 33 Prozent im Vergleich zu den Vormonaten). Das deutet darauf hin, dass junge Fachkräfte aufgrund unbekannter Post-Brexit-Szenarien einen Umzug in andere europäische Länder erwägen.

Aktuelle Lösungen für aktuelle Probleme

HousingAnywhere ermutigt Regierungen und Immobilienentwickler, eine enge Zusammenarbeit einzugehen und so gemeinsam an Lösungen für den Immobilienmarkt zu arbeiten. Seelmann: „Wenn es um Bauplanung und - entwicklung geht, blicken Kommunen oft weit in die Zukunft. Viele Städte benötigen aber oft kurzfristig ein großes Angebot an Unterkünften. Regulatorische Maßnahmen zur Kontrolle der Mietpreise, wie Mietpreisobergrenzen, haben in jüngster Vergangenheit nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Darüber hinaus wirken sich derartige Obergrenzen nachteilig auf das Entstehen von neuem Wohnraum aus und verschärfen das Versorgungsproblem letztendlich. Als Lösung könnten die Kommunen beispielsweise die Umwandlung leerstehender Bürogebäude in Wohngebäude fördern oder künftig Bau- und Mietgenehmigungen nur unter Auflage bestimmter Kriterien erteilen.“

Über den European Rent Index

Für diesen Mietindex wurden Immobilienangebote aus Barcelona, Berlin, Brüssel, Madrid, Mailand, Rotterdam und Wien analysiert, die zwischen Q3 2017 und Q4 2018 auf HousingAnywhere beworben wurden. Um die Repräsentativität der Daten zu gewährleisten, wurden Immobilien, die nicht aktiv von potenziellen Mietern interessiert wurden, sowie Angebote, die als Ausreißer galten, ausgeschlossen. Als zu teuer oder zu billig eingestufte Immobilien wurden für diesen Bericht ebenfalls nicht berücksichtigt, um die Daten nicht zu verzerren. Nur Städte, in denen eine ausreichende Stichprobe für eine zuverlässige Datenlage vorhanden war, wurden in den Bericht einbezogen. Bei den Angeboten handelt es sich um Einzelzimmer in Wohngemeinschaften, private Studios und private Einzimmerwohnungen.

Pressekontakt

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Simone Pouw, PR Manager
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